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15.11.2022

Legenden der Jagd: der Wolpertinger

Wolpertinger sind legendäre Tiere, seit über 200 Jahren inspirieren sie Kunst und Literatur. Wir blicken hinter die Legende des geweihtragenden Hasen.

Wolpertinger sind scheue Tiere, die seit knapp 200 Jahren in den bayrischen Wäldern zu Hause sind. Diese Kreaturen sehen gemeinen Feldhasen nicht unähnlich, sind sie doch einzig durch ihr Geweih von diesen zu unterscheiden. Nur wenige Menschen haben sie bisher zu Gesicht bekommen. Noch weniger Exemplare konnten erfolgreich bejagt werden und werden stolz in bayrischen Museen ausgestellt. Einige böse Zungen behaupten allerdings, dass es sich bei dem Wolpertinger um den ausgeklügelten Betrug eines Tierpräparators handelt, um ahnungslosen Touristen Geld aus der Tasche zu ziehen.

Reges Treiben im Wald

Die Legende besagt, dass der Wolpertinger oder auch Woipadinga, wie er in manchen Regionen genannt wird, im 19. Jahrhundert aus dem Liebesspiel eines Hasen und Rehbocks hervorgegangen ist. In den bayrischen Wäldern herrschte in den kommenden Jahren ein reger Austausch. So verpaarten sich Enten, Füchse, Hasen, Marder und Fasane untereinander. Es ist also nicht verwunderlich, dass kein Wolpertinger dem anderen gleicht. 

Flexitarier

Sein teilweise furchterregendes Äußeres trügt: Der Wolpertinger ist für Menschen völlig ungefährlich und ernährt sich hauptsächlich von heimischen Kräutern, Wurzeln und Insekten. Wenn er sich allerdings bedroht fühlt, verspritzt die Kreatur wie Stinktiere eine bestialisch riechende Flüssigkeit. Dieser üble Geruch kann von keiner Seife oder Parfum überdeckt werden. Nach genau sieben Jahren soll der Effekt von allein verschwinden. Auch vor dem Speichel des Tieres ist Vorsicht geboten, denn berührt er die Haut, entstehen an dieser Stelle dichte Haarbüschel.

© Royalsolo
Wolpertinger nehmen viele Formen an

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© Rainer Zenz
Hase mit Geweih und Entenflügeln - der Wolpertinger

Rendezvous im Wald

Einen Wolpertinger einzufangen, ist keine leichte Aufgabe und bis heute ist es nicht gelungen, ein lebendes Exemplar zu fangen. Die Anforderungen sind hoch: Der Legende nach können nur gutaussehende Frauen in Begleitung eines „recht zünftigen Mannsbildes“ in der Abenddämmerung bei Vollmond den Wolpertinger sichten. Wie viele bayrische „Mannsbilder“ im 19. Jahrhundert dadurch zu Verabredungen mit hübschen Frauen im Wald kamen, ist nicht überliefert.

Fangen lassen sich die flinken Kreaturen einer anderen Regel nach nur, wenn man ihnen Salz auf den Schwanz streut. Eine ebenfalls geläufige Methode ist es, bewaffnet mit einer Kerze, einem Sack, Stock und Spaten bei Vollmond loszuziehen. Das Licht der Kerze, die vor dem mit dem Stock offengehaltenen Sack gestellt wird, lockt den Wolpertinger an und mit Hilfe des Spatens treibt man ihn in den Sack. 

Wahr oder erfunden?

Die Wissenschaft konnte noch keine eindeutigen Beweise dafür liefern, dass der Wolpertinger nicht existiert. Immerhin sind einige Exemplare dieser imposanten Tiere in Museen ausgestellt. Also alles nur die Erfindung eines listigen Tierpräparators? 

Ein Text von Lukas Renner

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