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20.10.2022

Vorarlberg: Tuberkulose großes Problem unter Rotwild

Der Landwirtschaftskammerpräsident übt Kritik an der Jägerschaft in einer Vorarlberger Region. Der Grund: Weiterhin sind dort viele Wildtiere mit TBC infiziert.

In der Vorarlberger Wildregion Bartholomäberg-Silbertal (Bezirk Bludenz) ist die Wildtier-Population weiter in großem Ausmaß mit Tuberkulose (TBC) infiziert. Die Situation habe sich im laufenden Jahr nicht verbessert. Von 354 Proben aus dem ganzen Land waren bisher 13 positiv, zwölf davon stammten aus der Wildregion Bartholomäberg-Silbertal. Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger übte scharfe Kritik an der Jägerschaft.

In der Wildregion Bartholomäberg-Silbertal belaufe sich die Prävalenz auf 10,3 Prozent. Die 13. positive Probe stammt aus einem Gebiet, das nur wenige hundert Meter von der Grenze zum Silbertal entfernt ist. Aus allen anderen Regionen der Talschaft Montafon gibt es bis jetzt keine positive Probe. Allerdings läuft bei sechs Verdachtsproben derzeit noch die kulturelle Untersuchung.

Maßnahmenkatalog

Angesichts der herrschenden TBC-Situation ist es unabdingbar, die im Aktionsplan "Tbc 2020+" vereinbarten Maßnahmen konsequent umzusetzen. Eine erfolgreiche TBC-Bekämpfung brauche insbesondere die Bereitschaft und den gemeinsamen Einsatz der Grundeigentümer, Alpverantwortlichen, der Landwirtschaft, der Jäger und Behörden.

Gefahr einer Übertragung?

Die Abschussvorgaben für Rotwild in der Wildregion Bartholomäberg-Silbertal sind bei Weitem unterschritten worden. Vorgesehen ist ein Mindestabschuss von 520 Stück RotwildIm heurigen Jagdjahr wurden aber erst 171 Stück erlegt. Bei so geringen Zahlen kann die Seuchenbekämpfung nicht voranschreiten. Es besteht die Gefahr, dass sich das Infektionsgeschehen nach Süden weiter ausbreitet.

Es bleibt zu hoffen, dass die Erfüllung der Abschussvorlagen in der Region Bartholomäberg-Silbertal erreicht und damit auch das Risiko einer Übertragung von Tuberkulose zwischen Rotwild und Weidevieh minimiert wird. Die Bezirkshauptmannschaft ist gefordert, in den kommenden Monaten alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, damit dieser nicht tolerierbare Zustand endet.

Quelle: APA

© Shutterstock

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