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23.08.2022

Barbet – gelockter Wasserhund

Der Barbet ist als Familienhund am Vormarsch, doch auch bei der Jagd findet er noch vielfältige Anwendungsbereiche. Wo die Rasse ihren Ursprung hat und wo sie abseits der Jagd auf Wasserwild eingesetzt wird.

© RX Austria & Germany / AdobeStock
Fakten zum Barbet

Der Barbet zählt wie der Labrador-Retriever zu den Apportierhunden. Mit einer Widerristhöhe von 65 Zentimeter beim Rüden und 53-61 Zentimeter bei Hündinnen ist der Barbet ein, gemäß Standard, kompakter, mittelgroßer Hund. Die tief angesetzten Ohren hängen herab, ebenso wie der Schwanz. Sein langes Fell ist lockig und bildet manchmal Schnüre, das im Sommer meist geschoren wird. Dieser Hund hat einen kleinen Pelzbart unter seinem Kinn und einen „Schnurrbart“ über seiner Nase, daher der Name „Barbet“ – der Bärtige. Das Fell ist schwarz, grau, rehbraun, braun, sandfarben oder weiß, meist einfarbig, aber auch gesprenkelt. 

Von Afrika bis Frankreich

Die Wurzeln dieses Wasserhundes reichen bis nach Afrika. Von hier aus wurde er wahrscheinlich durch die Mauren nach Frankreich gebracht. Ab dem Mittelalter waren Hunde, die den heutigen Barbets ähneln, Begleiter der Bauern entlang der französischen Küste. Hier bewachten sie Haus und Hof und waren die treuen Begleiter der „Bürgerlichen“ bei der Jagd, während andere Jagdhunde dem Adel vorbehalten waren.

Insbesondere machte dieser "Wasserhund", wie viele ähnliche Hunde ab dem 16. Jahrhundert genannt wurden, Jagd auf Enten und Schwäne. Nach und nach setzte sich der Begriff „Barbet“ für diese Hundeart in ganz Europa durch und wurde mitunter zum Oberbegriff für alle Wasserjagdhelfer mit welligem Haar. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts galten die französischen Vorfahren des heutigen Barbet als nahezu ausgestorben. Nur wenige Bauern und Wilderer hatten lockige, vierbeinige Begleiter. Aufgrund ihrer freundlichen Art sind Barbets jedoch seit den 1970er Jahren wieder auf dem Vormarsch, und heute ist die Population stabil. Heute werden französische Wasserhunde immer noch als Wasservogeljäger und als Familienhunde eingesetzt. 

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Die lockige Haarpracht des Barbets

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Barbet beim Jagdeinsatz im Wasser

Rare Trendsetter

Barbets sind selten anzutreffende vierbeinige Begleiter, aber ihr Einfluss auf die Hundewelt ist beträchtlich. Die Rasse war maßgeblich für die Entstehung von Jagdhunden wie dem Irish Water Spaniel und dem Pudelpointer verantwortlich. Briards sind wahrscheinlich eine Mischung aus Barbet und Picard. Dass Pudel von Barbets abstammen, ist jedoch nicht endgültig bewiesen.

Geselliger Wasserhund

Wer diesen cleveren Lockenkopf sinnvoll einsetzt, findet in ihm einen bequemen und vielseitigen Vierbeiner. Barbets sind gesellig und fügen sich wunderbar in aktive Familien ein. Hier ist er immer bereit für neue Abenteuer, aber gleichzeitig lässt er sich kaum aus der Ruhe bringen. Sie sind denen, die ihnen wichtig sind, immer treu, Fremden gegenüber sind sie reserviert. Barbets neigen bei Unsicherheit nicht dazu, zu bellen.

Grundsätzlich sind Barbets auch heute noch für die Jagd geeignet. So eignet er sich beispielsweise nicht nur bei der Wasserjagd zum Apportieren, sondern ist auch ein begabter Vorstehhund und routiniert bei Schweißarbeiten. Der Barbet kann problemlos als reiner Begleithund gehalten werden, solange er beschäftigt wird.

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