14.01.2022

EU-weites Bleiverbot reduziert Jagd

Das von der Europäischen Union beschlossene Bleiverbot in Feuchtgebieten könnte für jeden vierten Jäger Europas das Ende bedeuten. Welche Alternativen zu Blei gibt es für die Munitionshersteller?

Das EU-weite Bleischrotverbot in Feuchtgebieten ist beschlossene Sache und muss bis 2023 umgesetzt werden. Ab dem Jahr 2024 ist dann ein totales Bleiverbot möglich.

Nach einer Studie der „European Federation for Hunting and Conservation“ (FACE) mit 18.000 Befragten wird das Bleiverbot bei Munition dazu führen, dass einer von vier europäischen Jägern sein Gewehr an den Nagel hängt. Knapp 30 Prozent der Teilnehmer geben an, weniger oft auf die Jagd zu gehen. 20 Prozent werden auf außerjagdliche Schießaktivitäten verzichten. 

Außerdem sind 34 Prozent der Schusswaffen nicht für die Verwendung von bleifreier Munition geeignet. Wollte man diese Waffen durch Neuanschaffungen ersetzen, würden für Jäger in der EU selbst bei konservativer Schätzung zusätzliche Kosten in Höhe von 14,5 Milliarden Euro anfallen. Europaweit gibt ein Jäger momentan jährlich im Durchschnitt 3.000 Euro für die Jagd aus. Durch den freiwilligen Jagdverzicht infolge des Verbots bleihaltiger Munition gehen Schätzungen zufolge der Wirtschaft der EU-27 somit zumindest 5,7 Milliarden Euro jährlich verloren.

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Bleischrot am Waldboden

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Die Jagd im Feuchtgebiet in Zukunft ohne Bleischrot

Vorreiter Österreich, Dänemark und die Niederlande

Naturschützer freut das Bleiverbot bei der Jagd und für die Europäische Union erscheint dieses Vorgehen nur konsequent. Das umweltschädliche Schwermetall ist nahezu komplett aus unserem Alltag verbannt. Farben, Benzin, Buntstifte und Wasserleitungen müssen bleifrei sein. Ebenso das traditionelle Bleigießen zu Silvester ist in der EU verboten. 

Dass eine bleifreie Jagd möglich ist, beweisen die Niederlande und Dänemark. In diesen Ländern ist schon seit längerem aus dem Schwermetall hergestellte Munition verboten. Auch in Österreich ist die Jagd auf Wasserwildtiere mit Bleischrot seit 2012 verboten. Gerade weil bleifreie Alternativen aus Stahl, Wolfram, Zink oder Wismut mittlerweile weithin verfügbar und technisch ebenbürtig seien, gebe es keine Rechtfertigung mehr für die weitere Verwendung von Bleischroten, argumentieren Experten und die EU-Kommission. Die Alternativen sind also da – doch wie so oft stellt sich die Frage der Kosten und wer diese tragen muss.

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