14.03.2022

Die Zecke – das gefährlichste Tier für Jäger

Warum Zecken mittlerweile das ganze Jahr über aktiv sind und was Sie beim Zecke entfernen beachten müssen. 

Die kleinen Spinnentiere gehören zu den weltweit am meist verbreiteten blutsaugenden Parasiten. Sie sind Überträger einiger Krankheiten, darunter FSME und Borreliose. Im Frühjahr werden sie dank der steigenden Temperaturen zunehmend aktiv und stellen so eine Gefahr für Jäger und Jagdhund dar.

Winterfest

Zecken verbringen die Wintermonate bedeckt durch Laub und Nadeln unter der Schneedecke. Solange die Temperaturen nicht unter -20° Celsius fallen, überleben sie. Auch in Maulwurf-, Mäuse- und Fuchsbauten suchen die Spinnentiere Zuflucht. Bedingt durch die immer milder werdenden Winter und steigenden Temperaturen in Mitteleuropa, bleiben Zecken zunehmend das ganze Jahr aktiv und erobern immer weitere Höhenlagen. 

Ein Spiel mit der Zeit

Prinzipiell gilt: Je früher die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Übertragung. Wird die Zecke innerhalb der ersten zwölf bis 24 Stunden entfernt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Borrelien-Infektion sehr gering. Entfernen sollte man die Zecke vorsichtig mittels einer drehend-ziehenden Bewegung mit einer Pinzette oder Zeckenzange.

Auf ein altes „Hausmittelchen“, das sich hartnäckig hält, sollte verzichtet werden. Nämlich, die Zecke mit Öl oder Klebstoff zu beträufeln. Zwar sterben die Tiere dabei, doch im Todeskampf "übergeben" sie sich – und pumpen so die Borreliose-Erreger erst recht ins Blut.

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Eine gut genährte Zecke

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Borreliose Merkmal: ringförmiger roter Hautausschlag

FSME – Impfstoff verfügbar

Gegen die von Zecken übertragene Viruserkrankung Frühsommer-Meningoenzephalitis FSME gibt es bereits einen wirksamen Impfstoff. Bei FSME kann es zur Entzündung des Gehirns, des Rückenmarks und der Hirnhäute kommen. Die FSME-Erkrankung kann leicht verlaufen, jedoch auch schwere Folgen nach sich ziehen.

Borreliose – Impfstoff in Arbeit

ür die häufigere Infektionskrankheit Borreliose gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff. Ein Impfstoff ist aber bereits in der finalen Phase und abschließende klinische Tests sollen 2022 starten. Diese bakterielle Infektionskrankheit macht sich durch die sogenannte „Wanderröte“ bemerkbar, einen ringförmigen roten Hautausschlag, der um die Stichstelle herum entsteht. Begleiterscheinungen sind Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen.

Der Stich vor dem Stich

Zecken zählen mittlerweile zu den gefährlichsten Tieren für den Menschen. Besonders für jene, deren Arbeitsplatz im Wald und in der Natur liegt (Jäger, Förster). Um die Gefahr einer dieser Infektionskrankheiten möglichst gering zu halten, empfiehlt sich also die Schutzimpfung und sich nach jedem Reviergang gründlich nach Zecken abzusuchen.

Ein Text von Lukas Renner

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