13.7.2021
Ein Text von Michelle Kreuzmann

An diesen 2 Orten gibt es Sikawild in Österreich

Durch ein Kaisergeschenk Anfang des 20. Jahrhunderts kann man in Österreich in zwei Bezirken Niederösterreichs ein paar Sikahirsche sehen.

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Sie sind deutlich kleiner als das Rotwild und ähneln eher dem Damwild: Das Sikawild.  Als Geschenk zu Kaiserszeiten findet man diese Wildart heute nach wie vor in kleinen Gruppen in Niederösterreich. Die Population im Gut Persenbeug im Bezirk Melk stammt von einer Besiedelung von zehn Stück, die Kaiser Franz Josef I. im Jahr 190 vom japanischen Tenno geschenkt bekam. Eine weitere Gruppe von Sikawild bewohnt einen Wald in der Nähe des Stiftes Herzogenburg im Bezirk St. Pölten.

Ursprüngliche kommen die Hirsche aus China

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Sikahirsches umfasste den Ostteil der Volksrepublik China, Südost-SibirienKoreaJapanTaiwan und den äußersten Norden Vietnams. Mit Ausnahme der japanischen Inseln sind sie heute fast überall in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet bedroht. Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie in vielen Teilen der Welt eingeführt – auch in Europa.

Kommunikation mit Artgenossen erfolgt über Geruch und Gehör

Beim Sikahirsch spielen vor allem der Geruchs- und der Gehörsinn eine große Rolle. Es werden zehn verschiedene Lautäußerungen unterschieden, was deutlich mehr ist als bei den meisten anderen Hirscharten. Dazu gehört ein weicher, pfeifender Laut, den das Weibchen von sich gibt sowie ein blökender Laut der Kälber. Während der Brunftzeit lässt das Männchen ein lautes Pfeifen hören, das mit einem lauten Brummen endet.

Sikahirsche sind Rauhfutterfresser

Sikahirsche sind Rauhfutterfresser. Neben Gräsern, Zwergsträuchern, Blättern, Feldfrüchten und Baumrinden frisst das Wild auch Knospen und Triebe, Beeren, Früchte und Eicheln. Halten sie sich in Feuchtgebieten auf, wird auch Schilf und Wasserpflanzen, in Küstenregionen sogar Seetang vertilgt. Aufgrund ihres Essverhaltens richten sie bei hoher Bestandsdichte auf landwirtschaftlichen Anbauflächen sowie in Wäldern erhebliche Schäden an.

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