11.01.2022

Epagneul Breton – der Verlorenbringer

Wie diese Hunderasse gemeinsam mit Greifvögeln jagte und was die Schwanzlosigkeit für die Zucht bedeutet.

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Epagneul Breton beim Jagdeinsatz

Der ursprünglich aus Frankreich stammende Vorstehhund Epagneul Breton wurde bereits im Mittelalter bei der Beizjagd eingesetzt. Die Rasse zählt zum Typ Spaniel, aber im Gegensatz zu den anderen Vertretern dieses Typus sind die Epagneul Breton keine Stöberhunde. Für ein Leben als Familienhund eignet sich diese Hunderasse eher weniger, denn ihr ausgeprägter Bewegungsdrang und Beschäftigungswille bringt jeden Familienplan durcheinander.

Französische Tricolore

Die Ähnlichkeit zu anderen Jagdhunderassen ist nicht von der Hand zu weisen. Und doch hat der Bretone einige unverkennbare Merkmale. Seine hochangesetzten dreieckigen Schlappohren und sein für Jagdhunde unübliches langes Fell heben ihn aus der Masse hervor. Bei einer Größe bis zu 52 cm zählt der mittelgroße Vorstehhund zu den kleinsten Rassen seiner Zunft. Das gewellte und feine Fell kommt in folgenden Farbvariationen vor: Weiß/Rot, Weiß/Schwarz, Weiß/Braun oder tricolore. Die Rute ist hoch angesetzt, doch viele Epagneuls werden ohne Rute geboren (Anurie).

Anurie – Schwanzlos durchs Leben

Anurie ist die Bezeichnung für eine angeborene Fehlbildung der Wirbelsäule, die sich dadurch äußert, dass normalerweise geschwänzte Tiere ohne Schwanz geboren werden. Anurie kommt neben Hunden auch bei KatzenSchweinenRindernSchafen und Hühnern vor. Bei einigen Hunderassen, wie den Spaniels, wird sie als Rassestandard angesehen und ist deshalb nicht wie bei anderen Rassen ein Zuchtausschlussgrund. 

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Anurie zählt beim Epagneul zum Rassestandard

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Intelligente Wachsamkeit

Der Epagneul Breton ist ein sehr intelligenter und aktiver Hund. Durch eine gute Erziehung und umfassende Sozialisierung wird sich diese Rasse im Alltag der Menschen gut einfinden können. Er ist konzentriert und gewissenhaft und kann dadurch die Befehle seines Besitzers schnell und exakt ausführen. Der Hund will und muss beschäftigt werden – wird dem nicht nachgegeben, steigt der Frust beim Hund. Das äußerst sich meistens durch Bellen und aggressiveres Verhalten. Das Tier ist sehr menschbezogen und braucht den engen Kontakt zu seinem Besitzer.

Der Epagneul Breton besitzt ein sanftes und verspieltes Grundwesen, doch durch seine hohe Wachsamkeit neigt er dazu, Eindringlinge in sein Revier zu verbellen. Durch seine hohe Intelligenz gilt er als leicht zu erziehender Hund, wenn die Bindung zwischen Hund und Halter intakt ist. Zu beachten ist sein ausgeprägter Jagdtrieb, dem man unbedingt Rechnung tragen sollte. Am besten funktioniert das bei der Jagd, oder zumindest in einer Hundeschule, die auf Jagdhunde spezialisiert ist. 

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Ein vielseitig einsetzbarer Jagdhund

Der Verlorenbringer – Einsatz bei der Jagd

Seine jagdlichen Ursprünge hat der Epagneul Breton bei der Beizjagd. Heute wird er als vielseitig einsetzbarer Vorstehhund bei der Niederwildjagd verwendet. Auch bei schwierigen Verhältnissen ist seine Arbeit nach dem Schuss ausgezeichnet. Dank seiner feinen Nase, die ihn für die Schweißarbeit prädestiniert, gilt er als zuverlässiger Verlorenbringer.

Menschen ja, Hunde nein

Der Epagneul Breton ist dank seiner hohen Intelligenz und guten Spürnase wie für den Jagdeinsatz geschaffen. Er braucht beim Zusammenleben mit dem Menschen engen Kontakt und sucht nicht die Nähe zu anderen Hunden. Als Familienhund ist er ob seines hohen Bewegungs- und Beschäftigungsdranges eine Herausforderung. Um also Mensch und Hund Frust zu ersparen, sollte vorab wohl überlegt sein, ob diese Rasse zu einem passt.

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