Oft unterschätzt - die Ernährung beim (Jagd)Hund

Wenn der Hund eine gewisse Leistung erbringt, körperlich wie auch mental, dann spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Wir holen uns Tipps von der Hundeernährungsberaterin.

Die Ernährung hat sowohl beim Menschen als auch beim Hund Auswirkungen auf die körperliche sowie mentale Leistung. Insbesondere bei Jagdhunden, die oft großer Anstrengung und teilweise Stress ausgesetzt sind, sollte auf die richtige Zusammensetzung des Futters geachtet werden. Körperliche Einschränkungen, wie auch Hautkrankheiten können aus der Ernährung resultieren. Wir haben der erfahrenen Hundeernährungsberaterin, Paulina Adamczyk von “Dogtisch”, ein paar Fragen gestellt.

RX: Jagdhunde werden viel gefordert – was sollte bei der Ernährung nicht fehlen?

Paulina: Früher war es üblich die Hunde aushungern zu lassen, damit sie bei der Jagd mehr Motivation haben - das ist ja heute nicht mehr der Fall. Wie bei jedem Hund sollte die Ernährung auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden. Ich lege viel Wert auf hochwertige Proteine. Bei sehr agilen Sport- und Jagdhunden ist zu beachten, dass er zwei bis drei Stunden zuvor das letzte Mal gefüttert wurde. Da Jagdhunde auch mental sehr gefordert werden und mit ihrer Nase sehr viel arbeiten, finde ich es gut, die Schleimhäute, die Nervenbahnen und die Nervenreizleitung zu unterstützen. Hierfür empfehle ich Zink und B-Vitamine sowie Magnesium. Diese finden wir in Nüssen, Samen, Bierhefe, aber auch in Fleischbrühe. Also in Dingen, die Hunde sowieso fressen dürfen. 

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Die Ernährung jedes Hundes sollte auf individuelle Bedürfnisse angepasst werden. 

RX: Abwechslung ins Futter bringen - eine gute Idee? Jeden Tag dasselbe Futter oder an den Tag angepasst?

Paulina: Nicht jeden Tag wird dasselbe vom Hund verlangt und die Energieauslastung ist unterschiedlich - deswegen sollte man darauf auch beim Portionieren achten.

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Barfen ist ideal, wenn der Hund zu Hause gefüttert wird. 

RX: Was darf es denn sein? Dose, Trockenfutter oder Barf?

Paulina: Das kommt vor allem darauf an, wo man den Hund füttert und welche Ressourcen man hat. Jede dieser Formen hat seine Vor- und Nachteile. Trockenfutter ist meiner Meinung nach in Ordnung. Die Problematik besteht jedoch darin, dass es nicht wirklich auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden kann und auch nicht aus frischen Zutaten besteht. Barfen ist ideal, wenn der Hund zu Hause gefüttert wird, unterwegs allerdings schwerer umsetzbar.

RX: Wie sieht es mit Obst und Gemüse in der Ernährung aus?

Paulina: Mit der Zufütterung von Obst und Gemüse bekommt der Hund einen höheren Ballaststoffanteil. Das bedeutet aber, der Hund muss öfter Kot absetzen und dieser kann sogar weicher werden. Und das ist während der Jagd kontraproduktiv.

RX: Kannst du Futterzusätze empfehlen?

Paulina: Alles was der Hund braucht, um seine Augen, Schnauze, Bewegungsapparat und seine Konzentration zu unterstützen, kann beim Füttern integriert werden. Das mache ich gerne in natürlicher Form. Nüsse und Samen, Grünlippenmuschelextrakt oder bioaktive Kollagenpeptide eignen sich gut.

RX: Was sollte man tunlichst vermeiden?

Paulina: Zu viel zu füttern, bevor er einen Einsatz hat. Zu trocknen zu füttern, weil dadurch wird er großen Durst haben.

RX: Snacks für Hunde bei Hitze?

Paulina: Früchte, Beeren, eventuell Eis. Wenn der Hund sehr trinkfaul ist, gerne auch mal etwas Leckeres ins Wasser oder Wurstwasser anbieten. Von einem Frankfurter geht die Welt nicht unter ;) Im Sommer freuen sich die Vierbeiner auch über Joghurt oder eine Wassermelone, denn diese ist ein guter Kaliumlieferant.