Heimat ist nicht Privatsache der Energiewirtschaft -
Heimat gehört uns allen
Wasserkraft hat tödliche Folgen
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Wer hat unsere voralpine Landschaft geprägt? Wer hat sie geformt und immer wieder verändert? Es sind die Fließgewässer, die unserer Heimat ihr heutiges Aussehen gegeben haben. Und diese Fließgewässer sind selbst Heimat einer Unterwasserwelt, die Abenteuer vor der Haustüre verspricht. Diese Abenteuer wurden früh schon vom Tourismus entdeckt. Besucher aus der ganzen Welt lieben unsere Heimat auch wegen ihrer Flüsse und Seen. Diese Gäste machen hier Urlaub. Davon hängen viele Arbeitsplätze ab. Flüsse und Bäche sind also unsere Lebensadern, aber sie sind auch Energielieferanten – besonders seit der Atomkatastrophe von Fukushima. Und das ist problematisch.
Können unsere Flüsse und Bäche in Zukunft alle wachsenden Aufgaben erfüllen?
Die Fischereiverbände antworten auf diese Frage mit einem klaren Nein!
Wir fordern deshalb:
Keine neuen Wasserkraftwerke in unseren Gewässern mehr – sie leisten keinen entscheidenden Beitrag zur Energiewende! Eine Sanierung und Modernisierung bestehender, oft veralteter Anlagen ist in Angriff zu nehmen!
Die bisher betriebene Wasserkraft ist mit der Atomkraft vergleichbar: Die Lösung der durch sie entstehenden Probleme werden in die nächsten Generationen vertagt. Die Lebensadern werden durch die Kraftwerke in eine Kette von Fischgefängnissen verwandelt – auch wenn inzwischen auf Initiative der Fischereiverbände beidseits der Landesgrenzen (nebst den inzwischen gesetzlichen vorgeschriebenen Gewährleistung der Fischdurchgängigkeit durch Fischwanderhilfen) lebensraumverbessernde Maßnahmen durchgesetzt werden konnten. Genetischer Austausch ist in vielen Fällen unmöglich, der Geschiebehaushalt der Flüsse wird schwer gestört, die Folgen sind drohende Sohldurchbrüche, die dann mit Steuergeldern verhindert werden müssen. In den Turbinen der Wasserkraftwerke kommen massenhaft Fische vollkommen sinnlos zu Tode. Das widerspricht in eklatanter Weise dem Tierschutzgedanken und in Deutschland explizit dem Tierschutzgesetz.
Die Fischereiverbände wehren sich gegen den Neubau weiterer Wasserkraftwerke in naturnahen Flussabschnitten (Zustandsklassen „sehr gut“ und „gut“), der derzeit ohne gesamtheitlicher Strategie erfolgt - immer nur von Einzelprojekt zu Einzelprojekt losgelöst vom Einzugsgebiet und vom Fluss als Ganzem. „Ein weiterer Ausbau der Wasserkraft wird zu einer fortschreitenden Verschlechterung des ökologischen Zustands in den betroffenen Gewässerabschnitten/Wasserkörpern führen.“ (Zitat: Endbericht „Entwicklung eines Decision Support Systems zur Beurteilung der Wechselwirkungen zwischen Klimawandel, Energie aus Wasserkraft und Ökologie; DSS_KLIM:EN, 2011). Diese Verschlechterung des ökologischen Zustandes unserer Flüsse und Bäche hat die EU bei Strafe verboten. Dazu kommt, dass naturnahe Gewässerabschnitte eine positive Wirkung auf den ökologischen Zustand angrenzender, weniger naturnaher Abschnitte (wie z.B. Staustrecken) haben. Sie dürfen daher nicht aufs Spiel gesetzt werden!
Die Politik darf die Probleme der heimischen Fischfauna
mit den Kraftwerken nicht länger ignorieren!
Wasserkraft ist künstlich
Wasserkraft ist schädlich
Wasserkraft ist tödlich
Alfons Blank
Präsident
Fischereiverband Oberbayern
Gerhard Langmaier
Landesfischermeister
Landesfischereiverband Salzburg
Ludwig Vogl
Präsident
Österr. Fischereiverband
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